Archive | Januar 2013

Grafrather Supermarktpläne – eine Nummer zu groß!

Grafrather Supermarktpläne – eine Nummer zu groß!

In Grafrath steht die Bebauung der Damian- und Weinberger-Grundstücke in der Hauptstraße östlich der Schule auf der Tagesordnung. Die Baubetreuungs-Firma Schwarz hat Interesse angemeldet, die gesamten Grundstücke mit einem 1200 qm großen Supermarkt, einer Bäckerei, einem Getränkemarkt, Arztpraxen und Wohnungen im ersten Stock, 40 Tiefgaragen- und 90 oberirdischen Parkplätzen zu bebauen. Hinzu kommt noch die Planung eines Heizwerks zur Nahwärmeversorgung. (siehe Plan auf der nächsten Seite)

Der bisher diskutierte Bebauungsplan sieht dagegen Wohnungen und Läden mit kleineren Verkaufsflächen vor. Außerdem ist laut aktuell gültigem Landesentwicklungsplan für Grafrath eine so große Verkaufsfläche für Läden gar nicht zulässig. Das Angebot soll sich nämlich auf den örtlichen Bedarf beschränken, da Grafrath kein ‚Mittelzentrum‘ von überregionaler Bedeutung ist. Der neue Vorschlag fordert für Supermarkt, Bäcker und Getränkemarkt aber eine Verkaufsfläche von über 1500 qm. Das ist immerhin fast doppelt so groß wie der vorhandene Edeka-Supermarkt in der Bahnhofstraße. Die Dimension für einen kleinen Ort wie Grafrath ist deshalb wohl etwas unpassend. Ein so großer ‘Vollsortimenter’ macht nur Sinn und rechnet sich nur, wenn er überörtliche Kundschaft anlockt. Die Frage ist dann, warum sollten KundInnen aus den umliegenden Ortschaften, die alle selbst schon über einen großen Supermarkt verfügen (Inning, Eching, Türkenfeld, Moorenweis) nach Grafrath fahren?

Geplante Bebauung an der Hauptstraße mit großem Supermarkt und 40 Tiefgaragen- und 90 oberirdischen Parkplätzen:

Der Grüne Ortsverband Grafrath/Kottgeisering lehnt deshalb das vorgeschlagene Konzept aus folgenden Gründen ab :

· Die gesamte Fläche beider Grundstücke wäre mit dem großen Bau und den dazugehörigen Park- und Verkehrsflächen versiegelt. Wir wenden uns mit Nachdruck gegen eine weitere großflächige Versiegelung der Grundstücke!

· Natürlich begrüßen alle GrafratherInnen Läden für die Nahversorgung. Es ist aber sehr fraglich, ob in Grafrath wirklich ein so großer Markt gebraucht wird. Hier geht es wohl nicht in erster Linie um die Bedürfnisse der GrafratherInnen, sondern eher um Markt- und damit Gewinn-chancen. Wichtig wären Läden wie z.B. Bäckerei, Drogerie, Schreibwaren etc., die in der letzten Zeit verschwunden sind.

· Eine große Zunahme des PKW- und LKW-Verkehrs vorbei an Schule, Kindergarten und Kinderkrippe ist zu erwarten und unseres Erachtens nicht hinnehmbar. Laut Herrn Schwarz, dem potenziellen Investor, kommen erfahrungsgemäß nur 15 % der KundInnen mit dem Fahrrad.

· Wir sehen die Gefahr, dass durch diese überdimensionierte ‘Ortsmitteplanung’ das Ortsbild verschandelt wird.

Eine Anwohnerin schrieb in einem Brief an den Gemeinderat: „Grafrath braucht endlich ein Zentrum, zu dem die Leute gerne spazieren, wo der tägliche Lebensbedarf gedeckt werden und wo man sich treffen kann. Nicht einen Supermarkt, wo alle in aller Anonymität ihr Auto bepacken und dann wieder fahren. Wir brauchen ein Cafe, damit auch bei schlechtem Wetter ein Ort zum Treffen da ist … Der Anreiz ist doch, Fußgänger in die Hauptstraße zu bekommen und nicht noch mehr Autos.“ Dem können wir uns nur anschließen.

Breite Bürgerbeteiligung notwendig …

Leider scheint das eine Mehrheit im Gemeinderat anders zu sehen. Ende Oktober wurde beschlossen, das vorgestellte Konzept des Investors weiter zu verfolgen. Im Januar gab es daraufhin einen Gemeinderatsbeschluss für die Aufstellung eines ‚Vorhaben-bezogenen‘ Bebauungsplans.

Der Bau eines neuen Supermarkts in Türkenfeld konnte durch das Engagement vieler Einwohner verhindert werden: Zwar sprach sich im Bürgerentscheid eine knappe Mehrheit noch für den Supermarkt aus, die vielen fundierten Bürger-Einwendungen im Bebauungsplan-Verfahren führten aber letztlich dazu, dass der Investor das Vorhaben in Türkenfeld aufgab.

Wir halten eine Ortsplanung, die neben den Einkaufsbedürfnissen auch Aspekte der Lebensqualität berücksichtigt, nicht für unrealistisch. Deshalb wollen wir eine breite Diskussion und halten auch einen Bürgerentscheid zu den vorgelegten Plänen für sinnvoll.

Einladung zur Diskussionsveranstaltung

Grafrather Ortsmitteplanung:

Alternativen zum Supermarkt XXL

Dienstag, 5. Februar, 20 Uhr

„Dampfschiff“ , Grafrath

Elke Struzena

Bündnis90/Die Grünen OV Grafrath/Kottgeisering

http://www.gruene-grafrath.de

Tel. 08144 1592

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